André Kirbach Düsseldorf



# KS001


I-pencil-3 (2016)


Keiko Sadakane (geb. 1948)

Bleistift auf Holz, je 30 x 20 cm
(Foto: Felix Trojer)

„Betritt man die Räume einer Ausstellung mit Werken von Keiko Sadakane, empfindet man sich augenblicklich von einer subtilen Spannung, einem stillen Zauber umfangen. Schweigen wird spürbar im Raum.
Es sind die Werke selbst und ihre Wechselwirkung mit den Wänden der Ausstellungsräume, welche eine Atmosphäre scheinbarer Gegensätzlichkeit von reflektierter Struktur und sinnlich beseeltem Material, von Spiritualität und Materialität, von sensibel-kühler Ästhetik und Wärme ausstrahlender Schönheit, von feinen Schwingungen, geheimnisvoller Spannung und stiller Klarheit schaffen. ... Einer der beiden in dieser Ausstellung gezeigten Werkgruppen gibt die japanische Künstlerin den Namen ICHIMATSU. Mit diesem Begriff wird ein Muster benannt, welches formal am treffendsten als Schachbrettmuster beschrieben wäre. Es ist das Muster der HAKAMA (-Hose), die Ichimatsu Sanogawa, Schauspieler aus der Zeit des Shogun Yoshimune Tokugawa (Edo-Ära, Mitte des 18. Jahrhunderts), trug, so eine lexikalische Erläuterung. Im ursprünglichen Muster liegen schwarze und weisse rechteckige Formen in abwechselnder Anordnung nebeneinander. Die Wände einer Ruhezone, der Bildnische (tokonoma) des Teehauses Shokintei im Katsura-Palast in Kyoto sind so gestaltet. ... In den Werken der ICHIMATSU-Gruppe schafft Keiko Sadakane bildnerisch das auch metaphorisch zu verstehende Paradoxon: Ordnung durch Ordnung infrage zu stellen.“

(aus: ICHIMATSU und SEN – Überlegungen angesichts zweier Werkgruppen von Keiko Sadakane, H.-L. Alexander v. Berswordt-Wallrabe, Bochum/Nieuwerkerk, 1996)

verkauft


Anfrage inquiry