André Kirbach Düsseldorf
Objekte Vita Text

Friederich Werthmann (geb. 1927)



"... Die Skulpturen von Friederich Werthmann entfalten Rhythmen und Struktur zwischen Luft und Materie. Sie ziehen den Betrachter an, ihre Räume mit den Augen zu durchwandern. Sie dehnen sich elastisch aus zwischen Licht und Luft mit einem Minimum an Material, als ob sie alle Dichte und Schwere abgelegt hätten. Bogenlinien, kleinteilig, fächerartig verknüpft, sind von leichter Beschwingtheit in voller Übereinstimmung mit der Natur.
Eine schöpferische Unruhe treibt den Künstler, dem Material eine Leichtigkeit abzuverlangen, die Erregendes mit Gespanntem verbindet. Werthmann bleibt in der Skulptur ein Zeichner, obwohl er im klassischen Sinn keine Vorzeichnungen für seine Skulpturen entwickelt. Seine Kunst ist mehr Linie und Fläche im Raum. Werthmann zeigt kühne, dynamische Kombinationen in räumlicher Anordnung von Stäben und Stangen. Er schafft Strukturen von Bewegung. Diese tragen ein lyrisches, musikalisches Element in sich, sind von äußerster Subtilität und Intellektualität, da er zugunsten der Linie auf Volumen verzichtet, Raum durch Umrisse schafft. Es entstehen abstrakte Gestaltzeichen in Licht und Schatten von Raum. Das Gebilde wird als solches zum schwingenden Ereignis, als lebendige, organische Kunst, weniger konstruktiv, mehr gleitend in kosmischer Harmonie. Der spielerische Geist des Künstlers geht mit der strengen Materie unerwartet frei um. Man spürt auch in den Titeln das Vergnügen des Künstlers, seltsame Formulierungen zu wagen und Verwunderung auszulösen. ..."
Sabine Fehlemann

(aus: Friederich Werthmann, Skulpturen, Werkverzeichnis 1957-2002, herausgegeben von Sabine Fehlemann, Von der Heydt-Museum Wuppertal)