André Kirbach Düsseldorf
Objekte Vita Text

Hede Bühl (geb. 1940)



"Hede Bühl ist eine Bildhauerin im klassischen Sinne, ihre Arbeitsmethode ist althergebracht wie auch das Material, dessen sie sich bedient. Vorzugsweise ist es der Stein, aus dem sie ihre Skulpturen bildet, aber auch Holz, Blei, Messing und Gips finden Verwendung. Und dem Material, aus dem Hede Bühl ihre Skulpturen schneidet oder meißelt, scheint in ihrer Kunst auch der Vorrang zu gebühren, denn je schwerer der Werkstoff, desto strenger erweist sich die Form.
Formal ist die menschliche Figur Ausgangspunkt in Hede Bühls Skulpturen, aber sie verharrt in vergleichsweiser Andeutung, ist ihrer Gliedmaßen beraubt, beschränkt auf kernhaften Körper, Rumpf oder Kopf. Von den Bändern eingeschnürt, sind die Figuren nicht beweglich, sondern verkörpern eine Art erstarrtes, ja versteinertes Leben, von der Zeit für die Ewigkeit festgehalten.
Hede Bühls Gestalten ist eine eigentümliche Fremdheit zu eigen, die zugleich etwas Magisches und Feierliches an sich hat. Man wird von ihnen angezogen und ebenso auf spürbare Distanz gehalten, als drohe unwägbare Gefahr. Vergangene Mythen, rituelle Macht, unerklärlicher Zauber, der etwas Beklemmendes hat,scheinen sich aus dunkler Vorzeit in den Köpfen, Wächtern und Mumien am Leben erhalten zu haben, um die schicksalhafte Belesenheit aller lebendigen Existenz mahnend deutlich zu machen, das Unbekannte, Unerwartete und doch Unausweichliche ins Bewusstsein zwingend. ..."  

Auszug aus dem Vorwort von Karl-Heinz Hering im Katalog zur Ausstellung: Hede Bühl - Skulpturen, Städtische Galerie Nordhorn, 1979